Die Bestandaufnahme

Die Bestandaufnahme

Camper Bau

Nachdem ich nun den Bus abgeholt hatte, war ich gleich euphorisch und konnte es nicht abwarten mit dem Ausbau zu beginnen.

Als aller erstes mussten die Sortimo-Schränke ausgebaut und verkauft werden.

 

Der Ausbau war leichter als gedacht obwohl die unteren Befestigungsschrauben schon sehr stark vergammelt waren, mit etwas handwerklichem Geschick und roher Gewalt war dies jedoch kein Problem. xD

Der Verkauf hat sich jedoch in die länge gezogen. Anfänglich habe ich mich im erweitertem Freundeskreis umgehört, ob jemand die Schränke benötigen könnte. Das Interesse bestand zwar, jedoch kam es nicht zum kauf. Also habe ich sie auf Ebay-Kleinanzeigen angeboten, die Anzeige war knapp drei Monate online, bis ich die Schränke letztendlich an einen Käufer aus der Pfalz diese abgeholt hatte.

 

Zwischenzeitlich habe ich den Bus weiter zerlegt, der Boden musste raus sowie die Trennwand. Unter dem Boden kam gefühlt die halbe Ostsee zum Vorschein.

.

Der Boden selber ist durch die 6 (langer Radstand 8) Verzurrösen (40Nm) gesichert sowie einer Butyl – Klebe/Dichtschnur (AKL 450 005 05) und ist zweiteilig. Bevor man den Boden jedoch herausnimmt müssen die Trittstufenverkleidung sowie die hintere Schlossträgerverkleidung ausgebaut werden (Schlossträger Verkleidung entweder 6 Torx-Schrauben oder Kunstoffclips die unter einer Abdeckkappe sind, Trittstufenverkleidung hält mit drei Clips nach unten sowie mit drei Clips zur Seite, die B-Säulenverkleidung muss ggf. unten gelöst werden (geclipst), je nach Ausstattung müssen ggf. noch weitere Verkleidungen gelöst werden, was bei mir jedoch nicht der Fall ist. Wenn hierzu fragen bestehen, Schreib es in die Kommentare.)

 

Nachdem der Boden draußen war und der Laderaum leicht von Sand befreit wurde wurde nun die Trennwand ausgebaut. Das Trennwandoberteil ist mit 18 Muttern (Laderaum) sowie 4 Schrauben (Fahrerhaus oben) gesichert. Das Trenwandunterteil ist 22 Muttern (Laderaum) gesichert. Ich habe bevor ich die Trennwand ausgebaut habe zusätzlich noch den Dachhimmel im Laderaum entfernt (gefühlt 100 Kunststoff Spreiznieten). Nachdem die Trennwand ausgebaut war, störten mich die Halter für die Trennwand, diese wurden mit der Flex, Hammer und Meißel entfernt.

 

Hierfür habe ich die Sitze ausgebaut, die B-Säulenverkleidung, die Trittstufen vorne, und der Bodenbelag wurde nach vorne umgeklappt. Wenn zu den einzelnen Arbeitsschritten eine detaillierte Schritt für Schritte Anleitung gewünscht ist, dann haut es in die Kommentare.

 

 

Nach kurzem Nachdenken wird es nun Radikal und Brutal...

― kurzer Gedankensprung. 

Nachdem nun die Trennwand und den Bodenbelag draußen waren und somit eigentlich die Grundlage geschaffen war um mit dem Innenausbau anzufangen, hat mich noch eine Sache gestört. 

Das Fahrerhaus und der Sand aus der Ostsee.

Also habe ich mich an einen Radikalen schritt gewagt und den Bus von innen komplett auszuschlachten und mit dem Hochdruckreiniger den Dreck/Sand zu beseitigen. Nachdem ich die ersten Verkleidungen vom Armaturenbrett ausgebaut habe, wurde mir klar, dass dies der richtige weg ist.

Hier kommt mir die Erfahrung, welche ich in meiner Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker in einer VW Werkstatt gesammelt habe zu gute. Grundsätzlich benötig man für fast alle Arbeiten im Innenraum nur einen Torx 20 Schraubendreher und einen Kunststoffkeil um das Armaturenbrett auszubauen. Bei Fahrzeugen mit Airbag muss dieser von einem Fachmann mit entsprechender Sachkundenachweiß ausgebaut werden. (Ich besitze diesen).

Nachdem das Armaturenbrett ausgebaut war, wurde das Querrohr sowie das Heizmodul ausgebaut. Da der Bus keine Klimaanlage hat, kann ich diese Arbeit ohne Werkstatt durchführen, andernfalls muss zuvor das Kältemittel in einer Werkstatt abgelassen werden. Dieses darf nicht in die Umwelt gelangen, wer es dennoch selber ablässt trägt nicht nur zur Klimakatastrophe bei, sondern macht sich nebenbei noch Strafbar.

Wichtig ist auch zu wissen, wenn man das Schaltgestänge löst, bzw. ausbaut muss die Schaltung eingestellt werden, hierfür wird bei Fahrzeugen vor Modelljahr das Werkzeug T10216 sowie T10027A (alternativ 5er Bohrer) benötigt. Bei Fahrzeugen Ab Modelljahr 2009 wird das Werkzeug T10216 nicht benötigt, dafür aber zwei mal das T10027A bzw. zwei 5er Bohrer.

Die Lenkgetriebe sollte nachdem es ausgebaut ist nicht mehr verdreht werden und alle Kreuzgelenke sollten wieder in der gleichen Lage eingebaut werden, hierfür am besten Markierungen mit einem Edding setzten.

Nachdem im Innenraum nur noch der Kabelbaum übrig war und ich diesen in einen Müllsack eingewickelt habe, da der komplette Ausbau zu aufwändig gewesen wäre konnte ich den Bus mit dem Hochdruckreiniger reinigen.

 

Somit war für mich an diesem tag Feierabend und ich ließ alles über Nacht trocknen um am nächsten Tag mir ein Bild von allen Roststellen machen zu können, diese anzuschleifen, mit Rostumwandler einzusprühen und zu lackieren. Alle Verkleidungen mit dem Hochdruckreiniger zu putzen und den Einbau wieder vorzubereiten. Wie ich hier vorgegangen bin erzähle ich im nächstem Beitrag…

Bei Fragen zum Aus/Einbau, Ideen, Tips oder Anregungen nutzt doch bitte gerne die Kommentarfunktion. 🙂

 

 

Verwendetes Werkzeug/Materialien:

 

Ratschenkasten 1/2 Zoll Würth

Ratschenkasten 1/4 Zoll Würth

Akku Winkelschleifer

Akku Schrauber klein

T10216

Bohrer Set Würth

Rostumwandler

Hochdruckreiniger

 

*Alle Links die auf Amazon verwiesen sind Affiliate-Links, hierdurch wird das Projekt Busumbau unterstützt und die Produkte sind für euch nicht teurer.

Weitere Blog Einträge

Die ersten Umbauten

Die Bestandaufnahme

5 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.